Wie du deine Reisezeiten sinnvoll nutzt

Wie du Reisezeiten effektiv nutzt / © Melanie Pongratz, Unsplash Wie du Reisezeiten effektiv nutzt / © Melanie Pongratz, Unsplash

Dieser Text wurde ursprünglich auf waldviertler.wien veröffentlicht, ein Online-Magazin über das Leben in Wien von und für Menschen aus dem Waldviertel. Die Website seit April 2023 offline. Dies ist eine Archiv-Version.

Reisezeiten sind nervig und dauern. An sich lässt sich aber viel mit ihnen anfangen. Ganz unabhängig vom Verkehrsmittel. Wir haben uns damit auseinander gesetzt, welche Möglichkeiten es gibt, Reisezeiten sinnvoll zu nutzen.

Wer als Waldviertler in Wien lebt, verbringt unglaublich viel Zeit im Zug, im Auto oder in anderen Verkehrsmitteln. Allein die Strecke Wien-Waldviertel und wieder zurück dauert um die zwei bis drei Stunden. Viele Waldviertler in Wien nehmen diesen Weg jedes Wochenende auf sich. Von denen, die jeden Morgen und Abend hin und her pendeln, ganz zu schweigen.

Strecken innerhalb von Wien sind zwar kürzer, aber auch sie nehmen Zeit in Anspruch. Genauso wie längere Fahrten oder Flüge in den Urlaub. All diese Reisezeit ist im ersten Moment nicht wirklich sinnvoll nutzbar. Klar, längere Fahrten sind für Bücher wie gemacht. Aber wie lange kann wirklich jemand konzentriert bei einem Buch sitzen?

Über Tage oder Wochen kumuliert sich also eine beachtliche Summe an Leerzeit zusammen. Diese Leerzeit muss aber nicht unbedingt verschwendete Zeit sein. Es gibt eine Menge Möglichkeiten, sie sinnvoll zu nutzen. Wie sehr du das tust, hängt in den meisten Fällen von einem Faktor ab: Mit wem du unterwegs bist. Alleine lässt es sich deutlich besser arbeiten, als in einer Gruppe. In so einem Fall ist es sinnvoller, sich einfach zu unterhalten. Auch das vertreibt die Zeit und man steht nicht als jemand mit ziemlich antisozialen Tendenzen da. Oft ergeben sich während längeren Fahrten die besten Gespräche.

Wie bei allem im Leben ist Vorbereitung auch beim Reisen das A und O. Je nachdem wie du wo hinfährst: Lade deinen Laptop auf, pack dein Handyladekabel ein, nimm dir Kopfhörer mit und vergiss dein aktuelles Lieblingsbuch nicht. Was genau du wo machen kannst, erfährst du in den folgenden Absätzen.

Die hier genannten Tipps sind selbstverständlich alle subjektiv. Was sinnvoll ist, ist immer Auslegungssache. Die Menge der sinnhaften Aktivitäten ist für jeden unterschiedlich. Manche schlafen gerne in Verkehrsmitteln. Andere können unterwegs überhaupt nicht schlafen. Und wieder andere sitzen grinsend daneben und stricken eine Wollmütze. Grundsätzlich dürfte bei den Tipps aber etwas für jeden dabei sein.

Im Auto

Das Auto. Es ist das Lieblingsfahrzeug des Waldviertlers. Verständlich. Ohne kommt man im Waldviertel auch kaum wohin. Auch für die Fahrt in den Urlaub oder nach Wien ist es für viele das Fahrzeug erster Wahl. Allein eine Fahrt nach Wien dauert rund eineinhalb Stunden. Autofahren macht zwar Spaß, trotzdem sind eineinhalb Stunden viel Zeit.

Autofahrten sind die perfekte Zeit für Podcasts und Hörbücher. / © Dan Gold, Unsplash Autofahrten sind die perfekte Zeit für Podcasts und Hörbücher. / © Dan Gold, Unsplash

Zeit, die wie gemacht für Hörbücher und Podcasts ist. Alles was du brauchst, ist dein Handy. Spotify, Audible und Soundcloud haben eine schier unendliche Auswahl an Podcasts und Hörbüchern. Du musst lediglich dein Handy mit der Tonanlage deines Autos verbinden und schon kannst du Autofahren und Lesen gleichzeitig. Falls dein Auto keinen Anschluss für dein Handy hat, kann ein FM-Transmitter Abhilfe schaffen. Dieses kleine Stück Technik kostet nicht mehr als zehn Euro und macht aus deinem Handy eine Radiostation. Sofern dein Auto also ein Radio hat, kannst du damit auch Podcasts, Hörbücher von deinem Handy hören.

Wer sich glücklich schätzen kann und stolzer Besitzer einer Freisprechanlage ist, hat eine weitere Möglichkeit: Er kann telefonieren. Längere Autofahrten eignen sich perfekt für ewig aufgeschobene Telefonate mit Mama, Papa oder Oma. Die erfordern nicht allzu viel Konzentration und trotzdem ist danach wieder eine Sache erledigt. Wenn ein Beifahrer dabei ist, empfiehlt sich das natürlich weniger. Da ist es empfehlenswerter, sich mit dem Beifahrer zu unterhalten. Ansonsten wäre er vermutlich sehr traurig.

Eine weitere – zugegeben sehr ungewöhnliche – Möglichkeit, Autofahrten zu nutzen, sind Sprachaufnahmen. Mit der Voice-Record-Funktion deines Handys kannst du deine Gedanken und Ideen einfach und schnell festhalten. Während du mit dem Auto fährst. Du kannst ein Audio-Tagebuch führen, Ideen ausformulieren oder einfach Gespräche mit dir selbst führen.

Nicht zu vernachlässigen ist bei all dem die Sicherheit. Während dem Autofahren solltest du nie, wirklich nie so abgelenkt sein, dass du den Überblick über die Straße verlierst. Nutze deine Autofahrten. Nur tu das immer nur in dem Ausmaß, mit dem du noch sicher unterwegs bist.

Zusammenfassung: Was du im Auto machen kannst.

Züge und Flüge

Die Zeilen, die du hier liest, sind an einem Sonntagnachmittag während einer Zugfahrt von Schwarzenau nach Wien entstanden. Genau dafür eignen sich Zugfahrten und Flüge nämlich perfekt. Es braucht nicht mehr als einen Laptop. Und genügend Akku oder Strom. Damit ausgestattet steht einer produktiven Zugfahrt nichts mehr im Weg.

Züge können ein guter Arbeitsplatz sein. Sofern sie nicht überfüllt sind. / © ÖBB

Züge können ein guter Arbeitsplatz sein. Sofern sie nicht überfüllt sind. / © ÖBB

Zumindest ich bin während Zugfahrten unglaublich produktiv. Vor allem was Lernen und Schreiben betrifft. Das liegt in erster Linie daran, dass die Internetverbindung auf der Zugstrecke zwischen Schwarzenau und Wien völlig miserabel ist. Einerseits ist das ein Fluch, andererseits fallen dadurch fast alle Ablenkungen weg. Zum Arbeiten ist das perfekt.

Das Leben sollte natürlich nicht nur aus Arbeit bestehen. Auch Pausen sind wichtig. Um langfristig produktiv arbeiten zu können, sind sie gar unentbehrlich. Das ist mittlerweile wissenschaftlich belegt. Zugfahrten und Flüge können genau diese Pause sein. Sie sind zum Lesen und Filmschauen wie gemacht. Wenn du also eine zweistündige Zugfahrt vor dir hast, pack dir ein gutes Buch ein und lehne dich zurück. Danach hast du wieder genügend Energie für Neues. Auch das ist Produktivität.

Ansonsten kannst du im Zug oder Flugzeug dasselbe machen, wie während einer längeren Autofahrt: Hörbücher und Podcasts hören, telefonieren, schreiben oder Notizen machen. Einziger Unterschied: Im Zug oder Flugzeug ist es wesentlich sinnvoller, Texte oder Notizen auf Papier aufzuschreiben, anstatt sich mit dem Handy sich selbst aufzunehmen. Das ist leiser und stört die anderen Passagiere nicht. Dasselbe gilt für Telefonate. Die solltest du auf die Wartezeit am Bahnhof oder Flughafen verlegen. Im Flugzeug ist telefonieren unmöglich und im Zug ist der Handyempfang auch nicht immer der beste.

Zusammenfassung: Was du im Zug oder Flugzeug machen kannst.

U-Bahn, Straßenbahn und Bus

Innerstädtische Reisezeiten in Wien sinnvoll zu nutzen, ist die wohl größte Herausforderung. Überall sind Leute, alles ist hektisch und fast immer warten am Weg zum Ziel mehrere Umstiege. Was lässt sich aus dieser Zeit also herausholen?

In jedem Fall sind Kopfhörer in Wien dein bester Freund. Mit ihnen kannst du, wie schon im Auto, Podcasts und Hörbücher hören. Gleichzeitig schotten sie zumindest ein bisschen von der hektischen Umgebung ab. Das macht die tägliche U-Bahn-Fahrt angenehmer. In der U-Bahn oder Bim ist es auch möglich, ein richtiges Buch oder Zeitung zu lesen. Bei einer Zeitung, die größer als das typische A4 Blatt ist, erfordert da zwar ein bisschen Übung, klappt dann aber ganz gut. Im Stehen solltest du außerdem nicht vergessen, dich festzuhalten. Egal wie spannend die Lektüre gerade ist.

Auch aus langen Straßenbahn-Fahrten lässt sich so einiges machen. / © Wiener Linien Auch aus langen Straßenbahn-Fahrten lässt sich so einiges machen. / © Wiener Linien

Abgesehen von Kopfhörern ist dein zweiter wichtigster Helfer im öffentlichen Verkehrsnetz Wiens dein Smartphone. Auch wenn es ziemlich offensichtlich ist. Ohne Smartphone könntest du die Kopfhörer nicht benutzen. Zumindest, wenn du kein anderes technisches Gerät zu diesem Zweck dabei hast. Smartphones bieten jedenfalls Apps. Apps sind ein Segen. Mithilfe von Notizbuch-Apps kannst du immer und überall Notizen machen, mobile Word-Apps ermöglichen es dir, on the go Texte zu schreiben und mit Quando, der Navigations-App der Wiener Linien, findest du (hoffentlich) sicher nach Hause.

Zusammenfassung: Was du in der U-Bahn, in der Straßenbahn oder im Bus machen kannst.

En résumé

Reisezeiten müssen weder langweilig, noch unnötig sein. Wer im Vorhinein ein bisschen mitdenkt, kann in jedem Verkehrsmittel die verschiedensten Dinge erledigen und kommt im selben Atemzug seinem Ziel näher. Was das bringt? Mehr Freizeit außerhalb von Verkehrsmitteln, weniger Langweile, Ideen, Wissen, soziale Kontakte? Du entscheidest.